vorwort von schlangenbrut 106: heilig, heilig, heilig
Heilig, heilig, heilig
Familie, Gesundheit, Musik, Kaffee, Freiheit, Sex, Reisen, Handys, Erfolg, Erinnerungen ... den Menschen ist vieles im Leben heilig. Jede von uns weiss Bereiche oder Aspekte zu benennen, die für sie unantastbar, unverfügbar, sakrosankt sind; die Ehrfurcht einflößen, Bewunderung hervorrufen oder Hingabe bewirken. Heilig, heilig, heilig – manch eine singt dies voller Leidenschaft im „Sanctus“, spürt es beim Lesen ihrer „heiligen Schrift“, erfährt es beim Besuch eines heiligen Ortes oder in der Begegnung mit besonderen Menschen. So vielfältig wie die Erscheinungsformen des Heiligen sind, so unterschiedliche Zugänge möchte auch das aktuelle Heft der Schlangenbrut zum Thema „heilig“ eröffnen.
Eine erste Spur führt dabei in das alttestamentliche Buch des Propheten Jesaja. Heilig, heilig, heilig rufen dort die Seraphim und preisen damit die Größe und Herrlichkeit Gottes. Wie das Konzept der Heiligkeit hier verstanden wird, erläutert Andrea Spans in unserem einführenden Artikel.
Prominente katholische Heiligengestalten wie Nikolaus, Martin, Barbara und Lucia sind im Alltagsverständnis vieler Menschen präsent. Doch wie gehen eigentlich Protestantinnen und Protestanten mit diesen Figuren um und was ist ihr Verständnis von Heiligen? Diese Frage beantwortete für uns Eva-Maria Ranft in ihrem Beitrag zum Heiligenverständnis aus evangelischer Sicht.
Mit Heiligkeit und Heilig-sein im Judentum beschäftigt sich der Beitrag von Rachel Herweg. Sie beschreibt, wie die Weisungen der Tora zu einem heiligen Leben anleiten wollen und gutes und gerechtes Tun die Menschen vor Gott „heilig“ werden lässt.
Kennen Sie eigentlich die „heilige Kümmernis“? In den Niederlanden, in Südeuropa und Südamerika ist diese Heilige auch unter dem Namen Wilgefortis bekannt und zeichnet sich durch ein eher ungewöhnliches Attribut aus: einen Vollbart. Den Ursprung und Hintergrund dieser ungewöhnlichen Heiligenlegende und das Motiv der heiligen Frau am Kreuz erklärt für uns Anne-Marie Korte.
Auch die Schlangenbrut-Redaktion verfolgt zur Zeit intensiv die politischen Ereignisse im Iran. Umso mehr freuten wir uns, als wir zum aktuellen Heft ein interessantes Textangebot bekamen: Anita Schreiber, eine seit vielen Jahren im Iran lebende Christin, erzählt von einem für sie besonders einprägsamen „heiligen Abend“ in Teheran.
Was ist Ihnen ganz persönlich heilig? Diese Frage stellten wir auf dem diesjährigen Kirchentag in Bremen unseren Leserinnen und bekamen ganz unterschiedliche Antworten, die, zwischen den Schwerpunkttexten verstreut, zum Innehalten und Nachdenken anregen wollen.
Und zum Abschluss widmet sich Antje Röckemann im Praxisteil zwei „Körperspür-Übungen“, die alleine oder in Gruppen den Körper als „Tempel der heiligen Geistkraft“ (1 Kor 6,19) erfahrbar werden lassen.
Viel Spaß beim Ausprobieren und Schmökern wünscht
Vanessa Görtz








